Thursday, 23 September 2010

Tag 11

Heute ist nichts besonderes zu melden ausser das Ginger, meine Stute, und ihm sich jetzt endlich angefreundet haben.

Behandlung wie gewohnt, weiterhin keine Hufschuhe an.

Tag 10

Die Ballen von Feivels Vorderhufe sehen noch gleich aus.
Heute ging das Entzündungshemmer und Schmerzmittel Mischung zu ende.
Die Spalten in den Mitteleren Strahlfürchen sind kleiner geworden. Ich kann jetzt weniger Binde rein stopfen als am Anfang.
Ich habe Feivel Strahl und Sohle an alle vier Hufe geschnitten, an seiner Bockhuf vorne links habe ich die Trachten 4mm kürzer gemacht.

Tag 9

Feivel hat jetzt Blutergüsse in seine Ballen und auf eine Seite sogar einer Blase (rechts aussen). Wahrscheinlich wegen erhöhten Druck von die Hufschuhe zu tragen und mit den Trachten auf zu füßen. Vielleicht hat er am Sontag (Tag 7) auch etwas zu viel galloppiert.
Wir haben die Hufschuhe entfernt und lassen ihm jetzt zwei Tage ohne laufen - so können die auch Mal gereinigt werden.

Monday, 20 September 2010

Tag 8

Die Tierärztin war nochmals da um nach Feivels Auge zu schauen. Es sieht gut aus also sollten wir die Augentropfen absetzen und creme auf 3x täglich reduzieren. Feivel ist auch gegen Tetanus geimpft worden.
Er ist danach mit Ginger hoch gegangen auf der große Wiese. Im langsamen Schritt läuft er sehr gut aber sobald es etwas schneller geht stolpert er gelegentlich. Nachher war er ziemlich müde. Immer noch kein Wälzen obwohl er dazu deutliche Neigungen zeigt. Ich frag mich nur ab ob er sich wegen schmerzen zurück hält...

Tag 7

Die Augenentzündung ist schon zurück gegangen. Feivel lauft weiter wie sonnst. Ist viel galloppiert auf der Wiese. Wir warten immer noch darauf das er sich traut hinzulegen oder zu wälzen aber heute war nicht das Tag dafür. Er hat schon ein Riss in eine Hufschuh bekommen anscheinend vom jucken - er war jedenfalls mit seinen Zähnen dort am kratzen. Arnika Tabletten haben wir auch abgesetzt da er Entzündungshemmer vom Tierärztin bekommen hat. Es wird immer schwere im zu motivieren die Vorderbeine zu heben. Die tägliche Behandlung findet er langsam etwas anstrengend. Jeden Tag werden die Hufschuhe eine Stundeausgezogen damit seine Hufe etwas atmen können und die Schuhe nicht zu feucht werden.

Tag 6

Feivel lief weiterhin gut. Alle drei Entzündeten Sehnen waren wieder unauffällig. Da keine Tonerde mehr da war haben wir die behandlung abgesetzt. Die Tierärztin war da weil Feivel am rechte Auge eine Entzündung bekommen hat (wir haben später erfahren das dies öffters passiert) er hat Augentropfen 1x täglich, Augencreme 4x täglich und Schmerzmittel 2x täglich mit Entzündungshemmer verschrieben bekommen und ist auch gleich vom Tierärztin behandelt worden. Sie hat das linke Hinterbein abgetastet und meinte wir bräuchten nichts mehr machen, die dickere Weichteilen um das Fesselgelenk wären Gallen.

Tag 5

Die Hufschuhe sind gekommen! Easyboot RX mit Einlegsohlen. Bevor wir sein Hufe in die Hufschuhe getan haben, habe ich sie nochmal gefeilt da die Hufrände etwas bruchig waren wo die Nägel entfernt worden sind, dann haben wir sie wie immer behandelt. Am linken Vorderhuf habe ich zwischen den Trachten, vom Strahl bis zur Trachtenendkante mit Schaumstoff gefüllt und eingetaped bevor der Schuh drüber ging. Nachher hat er in Schritt gelaufen als hätte er kaum ein Problem. Soviel besserung als es von Eisen auf Barhuf gab war jetzt nochmal der Fall. In Trab war hinten links (wo die Sehnen auch auffällig sind) ein deutliches lahmen fest zustellen. Er ist an diesem Tag auch Galloppiert bevor und nachdem er die Hufschuhe an hatte.

Tag 4

Alles ging weiter so wie vorher. Leichte besserung von die Sehnen und Füßung.

Wednesday, 15 September 2010

Tag 3

Er hat auf ein ganze Tag nur 15 liter getrunken. Morgens sofort nach dem Misten angefangen mit Behandlungen. Hufe ausgekratzt; Paste abgebürstet - Sehnen wieder kühl und dünn; Hufe mit Wasser gewaschen; Strahlfürche mit Catheterspritze und abgeschnittene Aufsatz mit 50/50 Wasser/Isobetadona Mischung durchspüllt und mit Müllbinde gestopft; Müllbinde mit disinfectionsflüssigkeit durchweicht; Sehnen wieder eingepastet.

Nach eine Stunde auf der Wiese gelassen mit Stuten. Hat getrabt aber hat sich wieder nicht getraut zu wälzen. Nach zwei Stunden wieder reingehollt. Alle Pferde zusammen laufen lassen. Unkompliziert.

3 Mal am Tag 6 Arnika 6 Tabletten.

Beide Stuten lagen im Heu aber er stand. Dieses Mal aber am Heunetz. Bauch was ziemlich aufgebläht.

Sehnen waren Abends noch dunn und kühl; strahl war noch sauber. Kein weitere Behandlung.

Tag 2

Sehne wieder dünner und kühler. Er hat in der Nacht nicht getrunken. Mehr Huf war weggebrochen.
Strahl geschnitten. Strahlfäule an 3 Hufe. Vorne links am schlimsten.
Sehne nach 10 Minuten Hufe schneiden sofort wieder etwas dicker und wärmer. Er fing wieder an die Hufe vorne in die Luft zu halten um die Sehnen zu entlasten. Rechts mehr als links.
Auf die Wiese hat er nicht getrabt. Er hat gescharrt, traute sich aber doch nicht hinzulegen oder zu wälzen.

Sehnen mit Tonerde und arnika Mischung eingepastet - sehr schnell wieder kühler und dünner - nach eine Stunde sofort wiederholt. Inzwischen war er mit die zwei Stuten auf der Wiese.

Kein Strahlbehandlung da die Sehnen nach bearbeitung so schnell aufgeschwollen sind.



Tag 1

Feivel ging gut ins Hänger.
Etwas aufgeregt aber hat sich schnell beruhigt.
Erstmal alleine in der Paddockbox, zwei Stuten nebenan.
Füßte weiterhin mit seine Zehenspitzen auf; die Eisen hörten sich an wie tap dancing schuhe da Eisen und Trachten sich immer von einander entfernten beim auffüßen und kurz darauf wieder zusamen schlugen als die Trachten runterkamen. Er hat mit dem linken Huf oft gestolpert.
Er hat nicht getrabt auf der Wiese, ging teilweise in einer zügigen Schritt.
Sehnen waren eingepackt mit Watte und Bandagen.
Hufschmied hat Eisen abgemacht, er konnte sogar für diese kürze Zeit kaum stehen. Große Stücke vom Hufwand sind weggebrochen wo die Nagellöcher waren; am nächsten Tag sind weitere Teile weggebrochen.
Nachher ging er weiterhin auf die Zehenspitzen aber füßte mit rechts 25% auch mit den Trachten auf. Hat kurz getrabt.
Nach eine kurze Pause habe ich die Hufe gefeilt. links 4mm Hufwand entfernt an die Trachten bis der Wand auf eine Höhe war mit die Sohle. Die Sohle ist links an die Trachten zu tief runter, wie bei ein langjährige Bockhuf zu erwarten.
Obwohl kein Bein mehr als eine Minute in der Luft bleiben müsste und ich öfter abgewechselt habe at es nicht lange gedaurt bis er die Beugesehnen entlastet hat durch die Beine nach vorne hoch zu halten.
Pause eingeleiten 2 Stunden.

Pulverige Sohlenhorn habe ich nach der Pause entfernt bis auf ein Paar Resten - die werden die Sohle etwas beschutzen für ungewohnte Belastung. Sohlen haben durchaus richtige dicke über dem Strahlfürchen gemessen (link Ramey article).

Da die Sehnen jetzt deutlich dicker waren und dazu auch warm waren und Pulsierten, habe ich der Strahl nicht mehr geschnitten.

Percutin aufgetragen auf die Sehnen. Iod-Ether in der mittlere Strahlfürche eingespritzt und mit Mullbinde zu gestopft. Hufe für Hufschuhe gemessen. Sehr Schmall 15,7 zu 13,5 und 15,5 zu 12,7 - ein bis zwei Maßen unterschied zwischen Breite und länge.

Krankenschuhe bestellt.

Vor wie nachher stellt er sich am liebsten auf der dickste Heuschicht. Warscheinlich besser abgepolstert.


Prolog

Vor einer Woche habe ich Feivel das erste Mal gesehen. Er stand auf einer ziemlich große Wiese mit weiteren zehn anderen Pferden. Er lief ganz brav mit uns als seine Reitbeteiligung ihn holte. Er lief zwar brav und ohne zörgern aber nicht schön, er hat nähmlich Hufrollenentzündung im Endstadium auf beiden Vorderbeinen, die letzte Röntgenbilder vor drei Jahren(2008) ergaben dazu auch noch Schale und Arthrose, laut seinen Tierarzt ist es ein Wunder das er überhaupt noch laufen kann.





Feivel gehört der Cousine meiner Frau und sie hatte mich gebeten Feivel zu besuchen und mir seine Hufe genauer anzusehen. Neue Hufeisen waren wieder fällig jedoch war sein allgemeiner Zustand so schlecht das sie sich fragte ob es statt dem üblichen Beschlagen noch eine Alternative geben könnte. Denn Feivel mochte eigendlich garnicht mehr laufen. Als seine Reitbeteiligung ihn führte, lief er wie auf Stelzen. Ich versuchte sein linkes Vorderbein zu heben und er fing an am ganzen Körper zu zittern, besonders am linken Bein. Seine Reitbeteiligung meinte er leide ausserdem unter dem "Shivering Syndrom". Das Beschlagen würde schonmal Stunden dauern, erklärte sie darauf.
Was mir ausserdem direkt ins Auge fiehl, war die tatsache das seine Hufe proportional viel zu schmal und klein waren zum Pferd.

Feivel ist ein schweres Warmblut vom "alten Schlag" mit viel zu schmalen Hufen. Der Strahl an allen vier Hufen war unterentwickelt klein und hatten zudem kein Bodenkontakt.
Trotz Hufeisen konnte ich gut die stinkenden, schwarzen Strahlspalten an allen vier Hufen erkennen wo sich die Fäulnis wohl schon ziemlich tief hineingefressen hatte.
An beiden seinen Vorderbeinen hatte er eine Sehnenentzündung, die Beine waren trotz täglichem Auslauf dick und warm. Besonders das rechte Bein war stärker betroffen und wesentlich dicker als das linke Bein. Laut TA könnte es von der Überbelastung durch die Schonhaltung des linken Bockufes begründet sein.
Seine Reitbeteiligung erzählte das man schon alles an therapeutischen Beschlägen durchprobiert habe. Leider immer nur mit kurzweiligem Erfolg.

Bei Feivel wurde schon mit 8 Jahren die Hufrollenentzündung diagnostiziert da er nicht mehr klar lief. Damals war der Nervenschnitt eine populäre Methode die von Tierärzten gerne vorgeschlagen wurde. Auch leider heute noch nicht ganz verrufen bei einigen Veterinären.

Feivel bekam damals die klassische Behandlung vom Nervenschnitt, höherstellen der Trachten zur Entlasten der tiefen Beugesehne bis zum steilen Bockhuf. Wenn der betroffene Huf dann nicht mehr steiler gestellt werden kann, ist eben auch bei den Hufschmieden und Veterinären Endstation. Und so auch bei Feivel. Diese konservatieve Behandlungsmethode führt unweigerlich zum Einschläfern des Pferdes, da bei den Pferden ab einem bestimmten Punkt die Beugesehne nicht mehr entlastet werden kann. Oft legt sich das Pferd dann hin und will nicht mehr aufstehen.

Zu alldem hatte Feivel diesen Sommer schon etliche Koliken hinter sich gehabt. Wie ich später über seinen TA herausgefunden habe, litt er seit 2009 regelmäßig unter Gaskolicken, oftmals 8 Kolicken in kurzen Intervallen. Sowie immer wieder auftretende Augenentzündungen am linken Auge die jedoch nur im Sommer auftrat, bei Weidegang und Fliegenplagen.

Ich beschäftige mich jetzt seit 4 Jahren mit Hufen; Ich habe diesbezüglich sehr viel gelesen und habe auch an verschiedenen Kursen teilgenommen. Ich arbeite stark nach der theoretischen Methode was als "Natural Hoof Care" bekannt ist. Vor allem nach den Huferkenntnissen von Pete Ramey (amerikanischer Hufschmied der auf Barhufbehandlung umgestiegen ist).
Es begann damit, das mein eigenes Pferd vor 4 Jahren auch mit der Diagnose Hufrollenentzündung eingeschläfert wurde. Damals auf Anraten zweier Tierärzte sowie gute Bekannte in der Pferdeszene, sah ich selbst keinen anderen Ausweg als den Tod. Man hatte mir zwar auch die Spezialbeschläge vorgeschlagen, die Tierärzte waren jedoch ehrlich und sagten das sie den Krankheitsverlauf nur verlangsamten nicht aufhielten. Ich habe daraufhin angefangen mich sehr intensiev mit der Arbeit und der Lehre der Hufschmiede zu befassen und parallel dazu mit veterinär wissenschaflichen Untersuchungen von Ärzten wie z.B. Dr. Bowker, Dr. Pollitt oder Dr. Rooney.
Ein Artikel von Pete Ramey, aus wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammenfügt und für den Laien verständlich gemacht, kann mann hier übersetzt finden:

Artikel- Hufrollenentzündung-Pete Ramey